S-Bahn Rhein-Neckar


Bereits 1973 startete man erste Planungen für eine Schnellbahn im Rhein-Neckar-Raum. Diese sahen eine Linie von Neustadt (Weinstr.) über Schifferstadt, Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg nach Wiesloch im Halbstundentakt vor. Aufgrund negativer Bewertungen verfolgte man dieses Projekt erst einmal nicht weiter.
Auch wenn erst einmal keine Linie unter dem Nahem S-Bahn geplant wurde, wurde im Mai 1987 auf der Strecke Mannheim – Graben-Neudorf ein Halbstundentakt eingeführt. Jede Stunde fuhr ein Zug weiter nach Karlsruhe.


Erst Anfang der 1990er-Jahre kam das Thema S-Bahn mit dem neu gegründeten Verkehrsverbund Rhein-Neckar wieder auf. Wieder war die Strecke Neustadt – Wiesloch geplant, diesmal ergänzt um eine Strecke von Speyer kommend. 1996 intensivierten sich die Pläne und es wurde ein Netz mit zwei Linien geplant: Neustadt – Bruchsal und Speyer – Eberbach.


Am 20. März 1996 wurde der Bau- und Finanzierungsvertrag für die R-/S-Bahn Rhein-Neckar durch die DB AG, die Länder Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz sowie dem ZRN unterzeichnet. Damit war die S-Bahn beschlossene Sache. Am 15. November 1997 fand der erste Spatenstich für die notwendige zweite Brücke über den Rhein zwischen Mannheim und Ludwigshafen statt, welcher auch Startschuss für den Bau der S-Bahn Rhein-Neckar war.



Neben der zweiten Rheinbrücke ist auch der anschließende S-Bahnhof Ludwigshafen Mitte Herzstück der S-Bahn, welcher zwischen 2000 und 2003 erbaut wurde, sowie die S-Bahn Werkstatt am Hauptbahnhof Ludwigshafen. Des weiteren eine war die Elektrifizierung der Strecke Schifferstadt – Speyer – Germersheim nötig um diese mit den neuen Elektrotriebwagen befahren zu können.
Im Jahr 2000 beschlossen die die Städte Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg einer Gründung der Rhein-Neckar-Bahn einer Gesellschaft, welche sich zusammen mit der Deutschen Bahn um den Betrieb der S-Bahn Rhein-Neckar bewerben sollte. Neben dieser hatten sich zwei Französische Unternehmen auf die Ausschreibung beworben. Diese zögerten die Vergabe des S-Bahnnetzes heraus, da diese Probleme mit dem Bieterkonsortium Rhein-Neckar-Bahn hatten und daher gegen eine Vergabe an dieses ein Nachprüfungsverfahren eingeleitet, welches später zurückgezogen wurde.
Erst am 13. August 2001 konnte die Vergabe des S-Bahnnetzes an die DB Regio AG erfolgen. Die Verkehrsbetriebe der drei Städte hatten sich aus der Ausschreibung zurückgezogen. Zum selben Zeitpunkt wurde beschlossen die S-Bahn nach Kaiserslautern, Mosbach und Karlsruhe zu verlängern.


Am 14. Dezember 2003 wurde der S-Bahnbetrieb mit 4 Linien mit 40 neuen Zügen der Baureihe 425, welche auf die S-Bahn Rhein-Neckar angepasst wurden aufgenommen. Diese hatten im gegenstatzzu den anderen Zügen der Baureihe 425 keine Stufe im Eingangsbereich. Im Dezember 2006 wurde die S-Bahn bis nach Germersheim und Homburg (Saar) verlängert.


2009 wurde im Elsenztal die Strecke zwischen Neckargemünd und Eppingen elektrifiziert, damit diese Strecke in das S-Bahnnetz integriert werden konnte. Am 13. Dezember 2009 wurde die Strecke als Linie S5 in Betrieb genommen.


Auch auf der von der damals durch die SWEG betriebene Strecke Meckesheim – Aglasterhausen wurde die Strecke elektrifiziert und die S-Bahn nach Heidelberg durchgebunden. Durch den Anfangs festen Stundentakt konnten erhebliche Fahrgastzuwächse erreicht werden, so dass bald in der Hauptverkehrszeit auf einen 30-Minuten-Takt verdichtet wurde. Die Linie S51 wurde am 13. Juni 2010 eröffnet.
Ebenfalls 2010 ging der neue Haltepunkt an der SAP Arena in Mannheim unter dem Namen Mannheim Arena/Maimarkt in Betrieb. Der dreigleisige barrierefreie Bahnhof ersetzte den einige hundert Meter weiter westlich liegenden Haltepunkt Mannheim Rangierbahnhof.


2011 wurde die Strecke Germersheim – Bruchsal elektrifiziert und ab 11. Dezember 2011 durch die Linie S33 bedient.
Im Juni 2018 wurde die bisherige Regionalbahn Mannheim – Mainz in S6 umbenannt und im Dezember 2018 nach Bensheim verlängert. Gleichzeitig wurde die Strecke in die BASF in das S-Bahnnetz einbezogen und stündlich durch die Linie S44 bedient.


Im Dezember 2020 wurde die Strecke Groß-Rohrheim – Mannheim – Graben-Neudorf – Karlsruhe als Linie S9 in das S-Bahnnetz integriert.
Zuletzt wurde die Strecke Mannheim Hbf – Mannheim-Käfertal – Mannheim-Waldhof im Dezember 2022 in das S-Bahnnetz aufgenommen. Hierfür wurde auch der Jahre lang vernachlässigte Bahnhof Mannheim-Käfertal barrierefrei ausgebaut.


Ein weiterer Ausbau des S-Bahnnetzes wird zwischen Homburg (Saar) und Zweibrücken angestrebt.



Linien

Die S-Bahn Rhein-Neckar verfügt über 12 Linien. Das Streckennetz reicht von Homburg (Saar) im Westen bis nach Osterburken im Osten und von Mainz im Norden bis nach Karlsruhe im Süden.
Die längste Linie bildet die S1 welche von Homburg (Saar) nach Osterburken fährt und damit eine Strecke von 200 km mit einer Fahrzeit von 209 min eine der längseten S-Bahnlnien Deutschlands.
Die kürzeste Linie ist die S12, welche bis auf einzelne Fahrten nur zwischen Neu-Edingen/Friedrichsfeld und Schwetzingen auf einer Länge von 7,5 km und einer Fahrzeit von 6 Minuten verkehrt.






Fahrzeuge


Die S-Bahn Rhein-Neckar wird mit Fahrzeugen der Baureihen 425 und 463 (Mireo) betrieben.
Die Fahrzeuge der Baureihe 425 sind auf den Linien S1, S2, S3, S12, S33 und S44 unterwegs. Die Züge der Baureihe 425 sind Baujahr 1999 bis 2005 wurden inzwischen mehrfach modernisiert und werden noch bis 2031 verkehren.


Die Fahrzeuge des Typs Mireo hingegen auf den Linien S6, S7, S8, S9 und S10 unterwegs. Die Züge der Baureihe 463 wurden zwischen 2019 und 2021 gebaut und verfügen über eine Klomaanlage und Wlan.